Netzwerktreffen »Zugangs-Labor: Access Rider im Austausch« | 30.03.2026

9. März 2026

im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Netzwerke bilden, Expertisen teilen«

Montag, 30.03.2026, 17–19 Uhr (online via Zoom)

 

Allgemeines zur Veranstaltungsreihe

Mit der vierteiligen Online-Reihe »Netzwerke bilden, Expertisen teilen« lädt das INK – Inklusives Netzwerk Kultur e.V. im Jahr 2026 zu Austausch und künstlerisch-diskursiver Auseinandersetzung mit Barrierefreiheit, Disability Arts und Aesthetics of Access in den darstellenden Künsten ein.

Die Veranstaltungen richten sich an Künstler*innen, Kulturtätige, Kurator*innen, Produktionsleiter*innen, Veranstalter*innen, Studierende und Kulturinteressierte im weitesten Sinne mit und ohne Vorwissen, mit und ohne Behinderung. Besonders begrüßen wir die Teilnahme von Tauben, chronisch kranken, behinderten und/oder neurodivergenten Personen.  Die Termine können unabhängig voneinander besucht werden.

 

Zur ersten Veranstaltung

Die erste Veranstaltung eröffnet ein Zugangs-Labor – einen Raum zum Lernen, für Austausch und neue Perspektiven. Im Mittelpunkt stehen gelebte Erfahrungen von Behinderung, chronischer Erkrankung und unsichtbar gemachtem Schmerz. Diese Erfahrungen werden in Beziehung gesetzt zu Fragen von Sorgearbeit, machtkritischer Zusammenarbeit und Verantwortlichkeiten in künstlerischen Produktionszusammenhängen. Access Rider werden dabei sowohl als praktisches Instrument als auch als politische Praxis vorgestellt.

Access Rider sind Dokumente, in denen persönliche Zugangsbedarfe formuliert werden. Sie können der Kommunikation mit Institutionen, Veranstalter*innen oder im eigenen Netzwerk dienen. Ausgangspunkt ist die Frage: Was brauche ich, um gut arbeiten zu können?

Bei der Veranstaltung wollen wir uns unter anderem mit diesen Fragen beschäftigen:

  • Wie können Bedarfe formuliert werden, ohne sie zu vereinfachen oder zu individualisieren?
  • Wie lässt sich verantwortungsvoll mit einem erhaltenen Access Rider umgehen?
  • Was bedeutet unterstützende Zusammenarbeit konkret?
  • Und was verändert sich, wenn Access Rider nicht nur als organisatorisches Tool, sondern als Teil einer künstlerischen, verkörperten und politischen Praxis verstanden werden?

Den Auftakt gestaltet die Künstlerin Jeanne Eschert mit einem künstlerischen Beitrag. In diesem Rahmen gibt sie Einblick in ihre Praxis der Bettfalten Lesungen und trägt einen eigenen Text vor.

Im Anschluss spricht die Künstlerin Angela Stiegler über Access Rider. Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Katrin Bittl.

Danach öffnen wir den Raum für Austausch. In Breakout-Sessions können Erfahrungen geteilt, Fragen diskutiert und Perspektiven zusammengebracht werden – unabhängig davon, ob bereits Erfahrung im Umgang mit Access Ridern besteht oder erste Berührungspunkte entstehen. Dabei werden wir auch einen Crip-Only-Raum einrichten.

 

Organisatorische Infos

Termin: Montag, 30.03., 17 – 19 Uhr

Format: Zoom (Link nach Anmeldung)

Sprache: Deutsche Lautsprache

Anmeldung unter: produktion@inklusives-netzwerk-kultur.de

 

Informationen zur Barrierefreiheit

  • Dolmetschug in DGS
  • Automatische Untertitel (nicht manuell korrigiert) Audiobeschreibung von Bild- und Videomaterial
  • Wortmeldungen im Chat sind möglich
  • Chat wird ausschließlich an die Moderation ausgespielt
  • Jede Form der Aufmerksamkeit ist willkommen
  • Stimming ist willkommen
  • Zu Beginn findet ein gemeinsamer Zugangs-Check-In statt.
  • Slow Arrival: Der Zoom-Raum ist 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn geöffnet.
  • Individuelle Bedarfe sowie Fragen zur Barrierefreiheit können bei der Anmeldung per E-Mail mitgeteilt werden.

Das Projekt wird gefördert durch die Aktion Mensch.

 

Zu den Künstler*innen

Jeanne Eschert entwickelte sogenannte Bettfalten Lesungen. Dabei greift sie Rituale, Choreographien und Zaubertricks auf, um sich auf die Körperlichkeit und Zeitlichkeit des Bettlägerigseins in den Abdrücken der Bettlaken zu widmen. Sie arbeitet in einem Zauberladen, wuchs mit einem Zirkus in Köln auf und studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Ihre künstlerische Arbeit befasst sich mit Zaubertricks, chronischer Krankheit, Bettlägerigkeit und transness.

 Angela Stiegler ist bildende Künstlerin und arbeitet in kollaborativen Kontexten mit geteilter Autor:innenschaft. Sie stellt Situationen her, die andere einbeziehen und Körperpolitiken und technologische Entwicklungen verhandeln. Die Bedürfnisse ihres eigenen nicht sichtbar behinderten Körpers kollidieren mit normativen Strukturen.

Studium der Bildhauerei und Kunstpädagogik (2007–2014) mit Gastaufenthalten in Athen, Bologna, Genf, Karlsruhe, Newcastle. Lehre als künstlerische Mitarbeiterin an der Akademie der Bildenden Künste München und der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg (2015–2018 bzw. 2020–2023). Mitbegründerin und Leiterin der selbstorganisierten Künstler:inneninitiative K Hybrid (2013–2020). Seit 2020 Teil des Opernkollektiv DIVA und der Divenschule. Ehrenamtlich tätig beim BBK München und Oberbayern und im Vorstand des Kunstraum München. Seit 2025 ist sie künstlerische Leiterin von Der Fahrende Raum, eines künstlerischen Aktionsraums an wechselnden Standorten in München.

Katrin Bittl studierte bis 2023 an der Akademie der Bildenden Künste in München. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichen Idealbildern und Normvorstellungen. Sie untersucht ihren eigenen Körper als Frau mit Behinderung in Videoperformances, Malerei und Zeichnung. Außerdem ist sie als freie Autorin und Peer Beraterin tätig und schreibt zu den Themen Intersektionalität von Frauen mit Behinderung, Kunst und Inklusion.